Hamburg Marathon 2016

(or about how to philsophize with the hammer)

Ich wurde jetzt schon ein paar Mal gefragt, wie es war, wurde nach Zahlen und Zeiten und Fakten gefragt. Das hier ist also sowas wie mein Resumé vom Haspa Marathon Hamburg – Offizielle Seite.

Hamburg ist eine tolle und bunte Stadt, das vegane Angebot ist umwerfend, aber als Läufer sollte man da an so einem Wochenende nicht aus den vollen Schöpfen ; )
Aber das Essen war auch zweitrangig an diesem Wochenende, im Gegensatz zum Laufen. Ich rufe es nochmal in Erinnerung: 42,195 KM. Das ist sportlich, das ist olympische Distanz.

Insgesamt waren für den Marathon 12.100 Läufer_innen angemeldet, dazu kamen noch 1550 Staffeln (das waren nochmal knapp 6000 Läufer_innen), plus die 5800 Schülerinnen und Schüler am Vortag. In Hamburg haben sich im Rahmen der Veranstaltung also knapp 24.000 Menschen sportlich betätigt.
Die ganzen Zeiten der Gewinnerinnen und Gewinner kann man im Internet nachlesen. Ich möchte deren Erfolge nicht schmälern (im Gegenteil), aber wir wollen hier auf Augenhöhe reden. Denn als beispielsweise Anja Scherl vermutlich schon ihre ersten Interviews zu ihrem überragenden Lauf gegeben hat, bin ich vielleicht gerade mal am Halbmarathon vorbei gesaust…ihr wisst also was ich meine!

Die Atmosphäre und die Strecke in Hamburg sind überragend!
Einige unserer Freunde aus Hamburg haben nach einem Blick auf den Streckenverlauf gesagt, dass es eigentlich keine bessere Sightseeing Tour geben könnte. Dumm nur, dass da kein Bus fährt, sondern man selber läuft.
Aber bei einer normalen Sightseeing Tour ist auch nicht soviel los am Strassenrand. Das war überwältigend. Es gab faktisch eigentlich keinen Teil der Strecke auf dem ich alleine war. Überall standen Kinder, ganze Familien, überall Menschen, die einen angefeuert haben, Musik gemacht haben, Krach gemacht haben. Ich habe in die Gesichter geschaut und es schienen immer nur lachende Gesichter zurück. Und die Zuschauer haben in manch schmerzverzerrtes Gesicht geschaut…auch in meins.

Ich hatte mir große Ziele gesetzt, wollte ich doch meine bisherige Bestzeit um eine Viertelstunde verbessern. Den Stockholm Marathon habe ich mit 04:42:01 beenden und hatte dann einen ziemlichen coolen Sprung auf 03:58:58 beim Vienna City Marathon im letzten Jahr. Angepeilt hatte ich also eine Zeit unter 03:45 Stunden. Hart, aber nicht unrealistisch. Auch gerade weil mein Training sehr gut lief und ich bei einem schönen Halbmarathon eine tolle Zeit gelaufen bin. Das klingt alles nach einem Aber und das gab es dann auch.

Der Mann mit dem Hammer. Berühmt, berüchtigt. Ich habe ungefähr ab KM 30 mit ihm getanzt, gekämpft, und diskutiert.
Bin ich vorher noch in meiner kalkulierten Zeit gelaufen, wurde es danach immer schwerer für mich. Ich werde das hier gar nicht versuchen öffentlich zu analysieren. Es macht einfach einen Unterschied, ob man noch bei KM 10 Turbostaat – Tauchenhauberwelpen) bergab zu den Landungsbrücken läuft, frenetisch begrüßt wird von den Zuschauern und dann bei KM 30 in Hamburg Ohlsdorf am Friedhof vorbei läuft (Official Official Motörhead – The Chase Is Better Than The Catch). Dann spielen am Ende tausend Dinge eine Rolle, aber wie gesagt…hier gibt es keine Analyse. C´est la vie, in seiner vollen Härte ; – )

Glücklicherweise war mein Hirn nicht ganz so benebelt und ich habe realisiert, dass ich mit Zähne zusammenkneifen noch unter 4 Stunden bleiben kann. Da zählt jede Minute und jede Sekunde.

Mit 03:58:10 konnte ich dann meine bisherige Marathonzeit mit einem Ausrufezeichen versehen und meine persönliche Bestzeit noch etwas verbessern. Deswegen freue ich mich tierisch über das Ausrufezeichen als mich am Fragezeichen aufzuhängen.
Ich habe schonmal einen Blick auf das nächste Frühjahr geworfen: Was meint ihr? Na also…

Run To The Hills
Leonard

Erstelldatum: 20. April 2016 | Tags:  | Kategorien: Spendenaktion | Autor: Leonard

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