Feuer im Schlachthof – 1000 Schweine gerettet

Das ist mal wieder eine dieser Meldungen, die mich grübeln lassen. Gerettet? Vor was? Für wen? Heute, ca. 12 Tage später, ist sicher keines der Tiere mehr am Leben. Und auch die 18.936 Tiere, die der Betrieb im Normalfall in der Zwischenzeit verarbeitet hätte, sind sicher anderenorts verarbeitet worden.

Bei dem zerstörten Schlachthof handelt es sich um einen Betrieb der Westfleisch e.G, die im Jahr 2014 Platz 3 der „Top 10 der deutschen Schweineschlachtbetriebe“ belegte und mit 7.65 Millionen Schweinen einen Marktanteil von 13% hat. Der betreffende Betrieb soll im Jahr 2013 576.000 Tiere verarbeitet haben.

War das also ein „kleiner“ Betrieb? Werden die knapp 1.600 Tiere / Tag locker von einem andern Standort „mit erledigt“?

Wir sprechen hier von Schweinen! Tiere, denen niemand mehr ihr soziales Wesen und ihre Intelligenz abspricht. Tiere, die Freundschaften schließen, ihre Kinder liebevoll umsorgen, spielen und trauern.

Warum sorgen solche Meldungen nicht für grenzenlosen Entsetzen?

Wann wird in den Köpfen aus Tieren Fleisch? Der Umgang mit Zahlen scheint völlig teilnahmslos zu machen: X Millionen Euro hier, Y Hektar Regenwald da, Z Tote beim Terroranschlag und 7,65 Millionen Schweine!

Wenn das Schwein die Chance bekommt, kann es dem Mensch zu einem genauso guten Freund werden wie der Hund des Hauses.

 

http://www.nw.de/nachrichten/wirtschaft/10085733_Westfleisch-stellt-Schweineschlachtung-in-Luebbecke-ein.html

https://www.schweine.net/news/isn-schlachthofranking-2014-teil-2-schlachtbranche.html

 

Erstelldatum: 23. Februar 2016 | Tags:  | Kategorien: 60 SekundenTiergeschichten | Autor: Lars

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