Jeder kann die Welt verändern

Im Sommer 2015 besuchte ich eine Demonstration gegen die Haltung von Wildtieren im Zirkus.

Im Zuge dieser Demonstration verwickelte eine Tierschützerin eine junge Mutter, die mit ihrer Tochter offensichtlich die Zirkusvorstellung besuchen wollte, in ein längeres Gespräch.

Sicher ging es in dem Gespräch um die Tatsache, dass keine der im Zirkus gehaltenen Tiere die dargebotenen Kunststücke freiwillig macht, dass es niemals artgerecht sein kann, in LKW- Anhängern von Ort zu Ort gekarrt zu werden und dann auf eng abgesteckten Betonbödenplätzen in fremden Städten auf den abendlichen Auftritt in der Manege zu warten.

Elefanten zum Beispiel sind hochintelligente Wesen und kaum jemand bestreitet, dass es sich dabei um Persönlichkeiten handelt. Immer wieder bewundert man das Gedächtnis der Tiere. Was wir aber scheinbar ausblenden ist, dass diese Persönlichkeiten in unseren Zoos und im Zirkus auf engsten Raum gehalten werden, also Gefangene oder – wenn man den Gedanken mal zulässt- Zwangsarbeiter sind, ihrer Freiheit und ihrer Rechte beraubt.

Ist es nicht absurd, dass wir unseren Kindern ausgerechnet hier die Wesen zeigen wollen, die sie lieben?

Am Ende des Gesprächs ist die junge Familie nicht in den Zirkus gegangen und wurde unter Umarmungen und Applaus der umstehenden Demonstranten verabschiedet. Diese junge Demonstrantin hat für die Mutter und ihr Kind die Welt verändert.

Die Erinnerung an dieses Ereignis bewegt mich heute noch, weil es mir so deutlich vor Augen hält, dass ich mit meinem Konsumverhalten unmittelbar Einfluss auf die Welt nehmen kann, auf die Welt der jungen Mutter, die ihrer Tochter und nicht zuletzt auf die des Elefanten.

Erstelldatum: 23. Dezember 2015 |  | Kategorien: 60 Sekunden | Autor: Lars

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