Tempos und das Leben im Hola

Vor kurzem war ich mal wieder im Wald beim Lauftraining. Einige Meter vor mir warf ein Spaziergänger nebenbei sein Taschentuch neben den Weg.
Als ich ihn kurz darauf eingeholt hatte, sagte ich zu ihm: „Seinen Müll in den Wald zu werfen ist ja irgendwie auch Mittelalter!“. Wir blieben stehen und kamen ins Gespräch.
Er argumentierte, das sei Zellstoff und der sei tadellos abbaubar und zeigte auf das passenderweise auch rumliegende Stück Plastikverpackung. Das sei ja viel schlimmer und nicht von ihm, denn ihm läge die Natur ja am Herzen. Und wenn man sich jetzt schon über Taschentücher aufrege, würde man ja von den viel größeren Problemen ablenken.
Eigentlich hätte ich fragen sollen, was denn noch alles auf der Liste der biologisch abbaubaren Alltagsabfälle steht, die Mensch bedenkenlos im Wald entsorgen kann und ob es nicht grundsätzlich schöner wäre einfach nicht überall seinen Müll zu hinterlassen – abbaubar oder nicht.
Ein Teil unseres Problems ist, dass wir keine Notwendigkeit sehen kritisch an den eigenen Handlungen zu arbeiten, so lange wir jemanden sehen können, der ein größeres Fehlverhalten an den Tag legt als wir selbst.
Auf den verbleibenden knapp 7km nach Hause kam ich auf 31 Taschentücher und mir würde der Wald ohne Taschentücher besser gefallen.
Wenn jeder vor seiner eigenen Haustüre kehrt, wird die ganze Straße sauber!

Erstelldatum: 23. Februar 2016 |  | Kategorien: AllgemeinUmweltschutz | Autor: Lars

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