Wegwerf-Gesellschaft

Wir hatten doch bereits das  leidige Thema mit den Coffee-to-Go-Bechern. (siehe: http://runterkochen.de/2015/12/17/coffee-to-go-ist-beliebt-in-deutschland/)

In einer Gesellschaft läuft mal grundsätzlich etwas falsch, wenn man sich nicht mehr in Ruhe hinsetzen kann, um im Gespräch, vielleicht sogar mit ein paar Freunden oder Kollegen, dem braunen Heißgetränk frönen zu können. Erstaunt blicken die Schnelltrinker dann im Pariser Urlaub auf die unzähligen Straßen-Cafés, in denen Menschen sitzen und sich die Frechheit des freien Wortes und Genusses gönnen.
Lars hat bereits über Alternativen geschrieben, um den Müllberg zu reduzieren.

Vor kurzem habe ich einen Bekannten auf seinen Pappbecher angesprochen (von einer Diskussion über den GENERELLEN Sinn hatte ich abgesehen) und bekam die erstaunliche Antwort, dass es sich um einen kompostierbaren Becher handle. Nun bin ich meinerseits natürlich auch nicht auf den Kopf gefallen und wollte schon mein Argument zu Verbundstoffen in die Waagschale werfen, doch da war ich an den Falschen geraten.

„KEINE Verbundstoffe, PLA, Polylactid – wird aus Mais gemacht, 100% kompostierbar.“

Und als wäre das nicht bereits genügend Triumpf, grinste er mich an und verzog sich schweigend wieder nach drinnen.

Man hatte mich auf meinem Spezialgebiet geschlagen.
Irgendwie konnte ich das nicht auf mir sitzen lassen, also habe ich recherchiert.
Und recherchiert.
Und recherchiert.
Was soll ich sagen? Ich wurde fündig. Und ich hatte irgendwie doch Recht: Wegwerf bleibt Wegwerf!
Legt man folgende Kategorien zu Grunde:

·    Einfluss auf das Klima,
·    Verbrauch nicht erneuerbarer Ressourcen,
·    Beitrag zur Bildung von Ozon,
·    Beitrag zur Versauerung von Böden und Gewässern (Säurebildungspotenzial),
·    Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit,
·    Auswirkungen auf Tiere und Pflanzen durch Emissionen von Stoffen,
·    Veränderungen des Nährstoffgleichgewichts in Boden und Wasser (durch Überdüngung),
·    Flächenverbrauch,
·    Einfluss auf Biodiversität durch Flächennutzung

und vergleicht dann Wegwerf-PLA mit Standard-Wegwerf-Bechern, dann sieht die Ökobilanz gleichermaßen schlecht aus.
Letztendlich kommt es auf alles an, der gesamte Lebens-Zyklus ist ausschlaggebend!
Was bleibt?
Zumindest zum jetzigen Zeitpunkt sind die „grünen Becher“ nicht viel besser als der konventionelle Müll.
Lars hat recht: Nehmt eigene Becher!
Alternative: Kaffee trinken und sich Zeit lassen. Man kommt dabei auf interessante Ideen, dass eine Entschleunigung vielleicht nicht nur der Umwelt, sondern uns allen gut tut.

 

Quellen:
http://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/publikation/long/3834.pdf
http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/bio-kunststoffe-mit-mais-gegen-die-plastikflut-a-758020.html
https://reset.org/knowledge/biokunststoffe-eine-gruene-alternative-zu-konventionellem-plastik

Erstelldatum: 25. Februar 2016 | Tags:  | Kategorien: AllgemeinAlltagUmweltschutz | Autor: Olav

Verfassen Sie den ersten Kommentar (0 Kommentare)